Die Gewinner für den Preis der Leipziger Buchmesse 2014 stehen fest
franzi
Bereits zum zehnten Mal wurde nun in diesem Jahr der begehrte Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen. Und auch in diesem Jahr war die Zahl der Bewerbern und die damit geschaffene Vielfalt enorm: so reichten 136 Verlage insgesamt 410 Titel ein, die in den letzten Monaten erschienen waren.
Doch es konnte am Ende nur drei Gewinner geben:
Kategorie Belletristik
Saša Stanišić
Vor dem Fest
Luchterhand Literaturverlag
Zur Begründung:
Saša Stanišić hat ein Dorf erfunden, das es ganz gewiss gibt. Nur vielleicht nicht so menschenfreundlich, so unverdrossen. Er macht die Räume eng und die Zeit, erzählt von einer einzigen Nacht, der Nacht vor dem Annenfest, in der sich unwahrscheinlich viel ereignet und manches entscheidet. Zugleich jedoch stößt er die Tür zur Vergangenheit auf. „Vor dem Fest“ unternimmt eine Probebohrung in die Tiefe deutscher Geschichte als Mythologie; ein Unternehmen allerdings, das den gegenwärtigen Kult weihevollen Gedenkens subtil verspottet:
Die alten Schriften, Chronikberichte, Legenden und haarsträubenden Anekdoten à la Kleist, die im „Haus der Heimat“ von einer gemütskranken Kustodin verwahrt werden, sind von höchst zweifelhafter Herkunft. Was das Vergnügen daran nicht mindert. Stanišić hat ein Dorf aus Sprache erfunden, ein Kaleidoskop, einen Kosmos aus vielen Stimmen, Klangfarben, Jargons, die Welt in nuce, magisch zusammengehalten von einem kollektiven Erzähler, der dazugehört, einem, der verschmitzt ist und gewitzt und klug und ein bisschen weise.
Als gälte es, das Zerrbild des Antiheimatromans geradezurichten, dessen Typologie nur das verpatzte Fest kennt. Diese Dörfler sind keine Schurken, Sünder sind sie allemal. Weil auch die Tiere zu dieser fabelhaften Welt der Nussschale gehören, kann eine Füchsin oder Fähe vor einer Bäckerei stehen und denken: „Darin machen Menschen das, was Menschen am liebsten machen: aus einer Sache eine andere.“ Aus einer Sache eine andere machen, das klingt nach einer Mischung aus Handwerk und Alchemie – und nichts anderes macht Saša Stanišić dank stupendem Sprach- und Erzählwitz mit und aus seinem Stoff: man nennt es Literatur, und es lässt sich nicht einsperren in ein Ghetto ewigen Migrantentums. Omne solum forti patria est. Dem Starken ist jeder Boden Heimat. Auch der Sand der Uckermark.
Kategorie Sachbuch/Essayistik
Helmut Lethen
Der Schatten des Fotografen
Rowohlt Berlin
Zur Begründung:
Wir alle sind von Bildern umgeben und umstellt. Weil das so ist, bleibt uns im Alltag kaum etwas anderes übrig, als ihnen einfach zu glauben. Oder, die andere Möglichkeit, wir misstrauen den Bildern fundamental. Nichts ist nützlicher in dieser Lage als eine Verhaltenslehre des Sehens, wie sie Helmut Lethen in seinem neuen Buch „Der Schatten des Fotografen“ vorlegt. Nicht, dass man sich mit diesem Buch durch Youtube-Videos klicken würde. Seine Welt ist vielmehr das Zeitalter der Fotografie. Denn Bilder – so sagt es der Literaturwissenschaftler Lethen mit dem Bildwissenschaftler Hans Belting –, Bilder sind Nomaden, die ihre Zelte in verschiedenen Medien aufschlagen. Was die so unterschiedlichen Bilder in diesem Buch zusammenhält, ist nicht nur die ebenso sinnliche wie analytische Weise, in der Lethen seine Bilder betrachtet. Es ist auch die bohrende Frage nach ihrer Wirklichkeit.
Eine Frage, die umso bohrender klingt, insofern sie ein Autor aus einer Generation stellt, die einst lernte und lehrte, dass Zeichen auf nichts anderes verweisen als auf andere Zeichen. In diesem Buch gibt es Bilder, die emphatisch zeigen, dass hinter ihnen genau nichts zu finden sei; Bilder, die als Schwindel erregende Ironie-Maschinen fungieren. Doch was die insistierende Frage nach dem Dahinter bei anderen Bildern ergibt, ist nichts anderes als existenziell. Die Frau, die auf dem Cover des Buches abgebildet ist, watet mit nackten Füßen durch einen Fluss, Richtung trockenes Ufer. Ein idyllischer Anblick (eine Schäfer-Szene?). Erst der karge Hinweis auf der Rückseite des Fotos – „Minenprobe … 1942“ – macht die Frau sichtbar als das, was sie war: vorgeschickt von Soldaten an der Ostfront, als lebendiges Minensuchgerät.
Kategorie Übersetzung
Aus dem amerikanischen Englisch von Robin Detje
William T. Vollmann: Europe Central
Suhrkamp Verlag
Zur Begründung:
Die Arbeit des Übersetzers ist der eines Schauspielers nicht ganz unähnlich. Auch der Übersetzer deutet einen Text nicht nur an, sondern er inszeniert ihn im Gewand der neuen Sprache. Für diesen schöpferischen Akt schlüpft er in fremde sprachliche Rollen. Dass Robin Detje nun nicht nur Autor und Übersetzer ist, sondern auch Theaterschauspieler, mag ihm bei seiner Übertragung von William T. Vollmanns Roman „Europa Central“ durchaus zugute gekommen sein.
Denn es sind unfassbar viele Positionen, Charaktere und Perspektiven, die er in diesem grandiosen Stück Literatur auszufüllen hatte. Der Roman „Europe Central“ ist ein Stimmwunder über Krieg und Diktatur im zwanzigsten Jahrhundert. Auf mehr als tausend Seiten versammelt es die Einzelschicksale von mindestens vierzig Figuren aus deutscher und sowjetischer Perspektive. Wir hören von historischen Künstlerfiguren wie Käthe Kollwitz und Anna Achmatowa ebenso wie von Generälen, die wie Wlassow und Paulus als Kriegsgefangene jeweils die Seiten wechselten.
William T. Vollmann führt uns durch die versehrte Kriegslandschaft, die dieses Mitteleuropa einmal war, er geht mit uns ins belagerte Leningrad ebenso wie nach Stalingrad, Dresden, Moskau und Auschwitz. Das alles wird berichtet von einer Erzählerstimme, die immer wieder die Identität wechselt. Acht Jahre hat es gedauert, bis „Europe Central“ nach dem Erscheinen des amerikanischen Originals im Jahre 2005 nun endlich auch auf Deutsch vorliegt. Und es ist das große Verdienst dieser Ausgabe, dass Robin Detje anderthalb Jahre lang daran arbeiten konnte, so dass er auch den wichtigen und überaus spannenden Quellenapparat mit mehr als 750 Anmerkungen für die deutsche Ausgabe penibel nachrecherchieren konnte.
Robin Detje schreibt seine Übersetzung stimmig am amerikanischen Original entlang. Immer wieder findet er überzeugende Entsprechungen für Töne, Bilder, Motivreihen. Mit diesem Sprachgefühl, Akribie und auf Augenhöhe mit dem Autor bringt er uns diese Hymne auf die Kunst des Erzählens, die dabei selbst die Grenzen klassischen Erzählens immer wieder durchbricht, auch musikalisch nah.
Nicht ohne Grund steht Dimitri Schostakowitsch im Zentrum des Romans, von dessen Kompositionen sich der Autor auch sprachlich inspirieren ließ. William T. Vollmann hat mit „Europe Central“ eine bedeutende literarische Studie über das Spannungsverhältnis von Kunst und Politik, von Liebe, Macht und Tod geschrieben. Robin Detje hat sie eindrucksvoll übersetzt. In Sätze, voller Schönheit und Abgründe, in denen Zynismus, Lakonie und Poesie aufeinander fallen. Dafür erhält Robin Detje den Preis der Leipziger Buchmesse des Jahres 2014 in der Kategorie Übersetzung. Herzlichen Glückwunsch.
Zum Preis der Leipziger Buchmesse
Der Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Er ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen.
Der Vorsitzende der Jury ist der Journalist und Literaturkritiker Hubert Winkels. Weiterhin zur Jury des Preises der Leipziger Buchmesse gehören Lothar Müller, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung; René Aguigah, Abteilungsleiter Kultur und Gesellschaft beim Deutschlandradio Kultur; Daniela Strigl, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Wien sowie Ursula März, Literaturkritikerin bei DIE ZEIT. Neu dabei sind in diesem Jahr Dirk Knipphals, Literaturredakteur der taz und Sandra Kegel, Redakteurin im Ressort Literatur und Literarisches Leben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Die Gartensaison ist eröffnet
franzi
Passend zum meteorologischen Frühling am ersten März meint es das Wetter aktuell gut mit uns: so bahnt sich die Sonne immer mehr ihren Weg durch kleine Schleierwölkchen und die Temperaturen steigen tagsüber auch wieder bis in den zweistelligen Bereich. Kein Wunder also, dass es uns nun bei diesem frühlinghaften Wetter auch wieder mehr raus in die Natur zieht: ob zum gemütlichen Einkaufsbummel mit Freunden, einem Zoobesuch mit der Familie oder einem romantischen Spaziergang mit dem Liebsten.
Doch nicht nur wir fühlen uns in der Natur jetzt wieder wohler! Auch in der Pflanzenwelt ist aktuell einiges in Bewegung: die ersten Frühblüher zeigen so bereits ihre blühende Pracht und auch die in den Winterschlaf gebetteten Kübelpflanzen fordern jetzt eine besondere Pflege ein.
Die Gartensaison ist damit also offiziell für dieses Jahr eröffnet.
Ob zur Pflege des großflächigen Gartens, der Bepflanzung eines kleinen Balkons oder zur Nutzung des Angebauten – unsere TOP-Bücher rund ums Gärtnern möchten wir deshalb jetzt hier vorstellen:
Alex Mitchell: „Gartenglück in der Stadt“
Die meisten Menschen, die in der Stadt leben, besitzen keinen großflächigen Garten, ja oft noch nicht einmal einen Balkon, auf dem sie Blumen oder auch Gemüse pflanzen und züchten können. Deshalb ist hier etwas mehr Kreativität gefordert.
Dieses Buch gibt allen, die in der Stadt gärtnern wollen, praktischen Rat und viele gute Tipps, wie sie Gemüse, Obst, Kräuter und Blumen auf kleinen und ungewöhnlichen Flächen anbauen und sich sowohl an ihrer Ernte als auch an einer lebens- und liebenswerten Umgebung freuen können.
Liesel Malm: „Die Kräuter-Liesel“
Die Autorin Liesel Malm hat als Kind schon von ihrer Großmutter das Kräuterwissen erlernt. Und nach einer schweren Krebserkrankung hat sie sich ganz auf Kräuter und gesunde Lebensweise verlegt, Fachseminare besucht und zahlreiche Bücher studiert.
Dieses angeeignete Wissen möchte sie in ihrem Ratgeber „Die Kräuter-Liesel“ nun mit ihren Lesern teilen.
Gayla Trail: „Gärtnern geht überall!“
Ob auf dem Balkon, einem Flachdach oder in einem Kasten auf der Fensterbank – um Gemüse, Käuter oder Obst zu ziehen, benötigt man nicht viel Platz.
Wie man Tomaten, Erdbeeren, Thymian & Co. auf wenig Fläche richtig anbaut und die Pflanzen dann pflegt, verrät Gayla Trail, Gründerin einer der erfolgreichsten Gartencommunities, in ihrem Ratgeber „Gärtnern geht überall!“
Andrea Ballschuh, Elmar Mai: „Gärtnern ist mein Yoga, Gummistiefel meine Pumps“
TV-Moderatorin Andrea Ballschuh ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Durch diese Arbeit entspannt sie so sehr wie andere beim Yoga. Doch das Gartenjahr steckt voller Kniffe und Tricks, wie Pflanzen sich noch wohler fühlen.
Gemeinsam mit dem erfahrenen TV-Gartenprofi Elmar Mai klärt sie die Geheimnisse der guten Gartenpflege.
Gabriela Nedoma: „Grüne Kosmetik: Bio-Pflege aus Küche und Garten“
Endlich ist es soweit: der kleine eigene Garten wird gehegt und gepflegt und die angebauten Pflanzen und Kräuter stehen kurz vor der Ernte! Die Vorfreude auf leckere frische Speisen aus eigenem Anbau steigt ins Unermessliche. Doch nicht nur der Magen, sondern auch die Haut freut sich auf biologische Produkte – und zwar in Form von Naturkosmetik.
Gabriela Nedoma beschreibt in ihrem Ratgeber deshalb, wie man diese Kosmetik ganz einfach aus den zu Hause zur Verfügung stehenden Nahrungsmitteln herstellen kann.
Grüne Kosmetik: Bio-Pflege aus Küche und Garten
Gabriela Nedoma: "Grüne Kosmetik: Bio-Pflege aus Küche und Garten"
Bio-Lebensmittel werden vor allem bei jungen Menschen immer beliebter. Eine aktuelle Studie des Bundesverbraucherministeriums ergab so, dass inzwischen 23 Prozent der unter 30-Jährigen häufig Produkte aus ökologischem Anbau kaufen. Besonders beliebt sind dabei Obs und Gemüse vom Bio-Bauern neben an.
Für alle die, die künstliche Stoffe in ihrer Ernährung meiden und lieber auf frische Lebensmittel zurückgreifen, sollte nun auch die natürliche Hautpflege der nächste logische Schritt sein.
Denn nicht nur unser Magen, sondern auch die Haut freut sich auf biologische Produkte – und zwar in Form von Naturkosmetik. So ist allseits bekannt, dass unter anderem Erdbeeren die Haut straffen, Gurken ihr Feuchtigkeit spenden und Molke diese reinigt.
Natürlich hat sich auch die Industrie von diesen Wirkstoffen aus der Natur Gebrauch gemacht und viele in der Drogerie erhältlichen Pflegeprodukte wie Cremes und Shampoos werben bereits damit, dass sie Dank der Inhaltsstoffe von Honig und Mandelmilch die Haut geschmeidig weich, oder mithilfe von Granatapfel und Rooibos die Haare seidig glänzend machen.
Doch warum fertig kaufen, wenn man die Zutaten für eine wirkungsvollere Pflege doch bereits direkt zu Hause hat? So genügt beispielsweise bereits ein Teelöffel Joghurt, um das Gesicht zu reinigen: der Joghurt ersetzt damit Make-Up-Entferner, Gesichtsreiniger, Tonikum, Gesichtswasser und Hautcreme in einem.
Durch dieses simple Lebensmittel lassen sich so Zeit, Geld und weitere Hautpflegeschritte sparen.
Die Autorin Gabriela Nedoma möchte in ihrem Ratgeber „Grüne Kosmetik: Bio-Pflege aus Küche und Garten“ den Lesern deshalb zeigen, mit welchen Zutaten gute Kosmetik schnell und günstig selbst hergestellt werden kann.
Alles ist 100 % naturbelassen, schnell gezaubert und so rein, dass es gekostet werden kann. Eine gesunde Frischzellenkur aus der Natur wie ein Biss in einen frischen Apfel! Kosmetik, die von Natur aus wirkt 130 Rezepte von Kopf bis Fuß, viele vegan Cremes, Salben, Haut-Smoothies, Deodorants, Shampoos, Zahnpflege, Epilation, Sonnenschutz, Baby-Pflege u.v.m. für alle Hauttypen und die ganze Familie geeignet leicht erhältliche Zutaten in Lebensmittelqualität schnelle und einfache Zubereitung in der Küche Schritt-für-Schritt-Anleitungen
Zur Autorin:
Gabriela Nedoma ist Kräuterpädagogin und beschäftigt sich mit Natur, Wildpflanzen und historischer Naturheilkunde. Sie hält Naturseminare und engagiert sich für ökologische Lebensweisen. In Rumänien geboren, fließt Pflanzenwissen aus ihrer Heimat in ihre Arbeit mit ein. Derzeit studiert sie Philologie an der Universität Wien.
Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Freya
Haya Molcho: "Balagan!"
Haya Molcho: "Balagan!"
Vom 20. bis 21. Mai 2014 schauen wir gespannt nach Peking, wenn dann wieder die Besten der Besten mit dem renommierten „Gourmand World Cookbook Award“ ausgezeichnet werden. Und besonders fest drücken wir dabei Haya Molcho die Daumen, die sich mit ihrem Kochbuch „“Balagan!“ für die Kategorie „Bestes Arabisches Kochbuch 2013 international“ qualifizieren konnte.
Denn „Balagan!“ – zu deutsch etwa „Sympathisches Chaos“ – verbreitet Lust auf orientalische Küche und ist mehr als nur ein Kochbuch. In dem Buch erzählt Haya Molcho in einzigartigen Bildern und Geschichten von sieben Tagen gelebtem „Balagan“: sie hat mit verschiedenen Generationen eine Woche gekocht, gelacht, das Leben gefeiert.
In ihren Rezepten verbindet sie die orientalische Küche mit europäischen Einflüssen, sie inspiriert zu frischen Kombinationen und eröffnet damit neue Genusshorizonte.
Haya Molcho wurde in Tel Aviv geboren, ist in Bremen aufgewachsen und aktuell wohnhaft in Wien. Sie ist verwurzelt mit den großen Küchen dieser Welt. Ih Leben und kulinarisches Schaffen sind geprägt von zahlreichen Reisen und ihren engen Verbindungen zu fremden Ländern.
Kulinarische Reise mit Haya Molcho
Haya Molchos “Balagan!” ist mehr als nur ein Kochbuch; es ist eine Einladung zu einer kulinarischen Reise, die die Leser durch Geschichten und Rezepte in die Welt der orientalischen Küche entführt. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit, traditionelle orientalische Gerichte mit einem europäischen Touch zu kombinieren, inspiriert Molcho zu kreativen Geschmackserlebnissen und feiert dabei das Zusammensein und das gemeinsame Kochen.
Vielfältige Genusshorizonte
Durch “Balagan!” öffnet Haya Molcho die Tür zu neuen Genusshorizonten und zeigt, wie vielfältig und lebendig die orientalische Küche sein kann. Ihre Rezepte sind eine Hommage an die Vielfalt der Aromen und die Freude am Experimentieren in der Küche. Molchos persönliche Geschichten und die lebendigen Bilder im Buch machen “Balagan!” zu einem Werk, das sowohl den Gaumen als auch das Herz berührt.
Broschiert: 192 Seiten
Verlag: Südwest Verlag
„12 Years a Slave“ bei den British Academy Film Awards ausgezeichnet
franzi
Am vergangenen Sonntag (16.02.2014) wurden in London wieder die BAFTA-Awards verliehen, die bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die Oscar-Verleihung in knapp 14 Tagen gegeben haben.
Denn der Favorit “12 Years a Slave” (immerhin für neun Oscars nominiert) wurde dabei als bester Film ausgezeichnet. Das britisch-amerikanische Sklavendrama, welches von Brad Pitt produziert wurde, erzählt die Geschichte eines freien Mannes, der entführt und versklavt wird.
Doch ebenso erwähnenswert wie der Film ist natürlich das Buch zur Geschichte, das am 17. Februar 2014 im Piper Verlag erschienen ist:
Solomon Northup lebte als freier Bürger, bis er von Sklavenhändlern verschleppt und an einen Plantagenbesitzer in Louisiana verkauft wurde. Zwölf Jahre erlitt er grausamste Gefangenschaft, bevor er seine Freiheit zurückgewann und zu seiner Familie heimkehrte. Seine Memoiren von 1853 sind nicht nur wertvolles historisches Testament, sondern auch berührendes Zeugnis eines mutigen und unnachgiebigen Mannes. John Ridleys Drehbuch basiert auf seinem wahren Bericht.
Ein Kampf um Freiheit und Würde
Solomon Northups beeindruckende Geschichte in “12 Years a Slave” ist ein tief berührendes Zeugnis des menschlichen Überlebenswillens unter extremsten Bedingungen. Sein unermüdlicher Kampf gegen die Entmenschlichung durch die Sklaverei und seine endliche Rückkehr in die Freiheit sind ein kraftvolles Beispiel für Mut und Entschlossenheit. Northups Memoiren bieten nicht nur einen Einblick in die dunkle Seite der amerikanischen Geschichte, sondern sind auch eine Inspiration für den unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit und Menschlichkeit.
Historisches Zeugnis und aktuelle Relevanz
Die Memoiren von Solomon Northup, festgehalten in “12 Years a Slave”, sind mehr als nur ein historisches Dokument. Sie werfen ein Schlaglicht auf die Schrecken der Sklaverei und ihre tiefgreifenden Auswirkungen auf das Leben unzähliger Menschen. Die Geschichte Northups, obwohl sie im 19. Jahrhundert spielt, besitzt eine erschreckende Aktualität in ihrer Darstellung von Ungerechtigkeit und der Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes. Sie erinnert uns daran, dass die Geschichte lehrreich ist und wir bestrebt sein müssen, ihre Fehler nicht zu wiederholen.
Himmler privat - Briefe eines Massenmörders
Katrin Himmler, Michael Wildt: „Himmler privat - Briefe eines Massenmörders“
Heinrich Himmler ist in die Geschichte als grausamer SS-Reichsführer und unerbittlicher Massenmörder eingegangen. Er was Antisemit ebenso wie Menschenverächter. Doch nun, beinahe 70 Jahre nach den Gräueltaten des NS-Regimes, sind 200 persönliche Briefe von Heinrich Himmler aufgetaucht, die ihn als Ehemann und Vater zeigen. Doch auch dabei wird deutlich, wie stark Strenge und Brutalität sein Privatleben bestimmt haben…
Zwei US-Soldaten sollen die Briefe 1945 aus seinem Privathaus mitgenommen haben, wovon ein Teil lange Zeit verschollen blieb. Doch nun wurden sie im Besitz des israelischen Holocaust-Überlebenden Chaim Rosenthal gefunden, von Historikern auf ihre Echtheit geprüft und schließlich veröffentlicht.
Zusammenfassung:
Als Heinrich Himmler und Marga Siegroth sich 1927 kennenlernen, ist die Zuneigung gegenseitig. Das Paar ist sich einig in seinem Antisemitismus wie in seinem Traum vom Landleben. Himmler, als Funktionär der NSDAP häufig »mit dem Chef« Hitler auf Reisen, rät seinem »Liebchen« aus der Ferne, den »Holunder als Mus einzumachen«; Marga berichtet ihrem Mann stolz, dass ihr Haus »Treffpunkt aller Nationalsozialisten« sei. Während Himmler nach 1933 zum mächtigsten Mann hinter Hitler aufsteigt und als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei die »Endlösung der Judenfrage« organisiert, schickt er seiner »kleinen Frau«, die für das Rote Kreuz durch das besetzte Polen reist (»der unbeschreibliche Dreck«) »liebe Gedanken zum Muttertag«, brüstet sich mit der vielen »Arbeit« und legt Fotos von seinen Reisen zu den SS-Einsatzgruppen und Waffen-SS-Einheiten bei.
Die Harmlosigkeit der Briefe ist nur scheinbar, hinter der kleinbürgerlichen Fassade werden die Gewalt und der Mangel an Empathie sichtbar, die auch das Privatleben der Himmlers prägten.
Einblick in das Private
Die Veröffentlichung der persönlichen Briefe Heinrich Himmlers gibt einen seltenen Einblick in das Privatleben einer der berüchtigtsten Figuren des NS-Regimes. Diese Korrespondenz zeigt Himmler in seiner Rolle als Ehemann und Vater, offenbart jedoch auch, wie eng verwoben seine familiären Beziehungen mit seinen ideologischen Überzeugungen und Handlungen waren.
Zwischen Alltäglichkeit und Ideologie
Die scheinbare Alltäglichkeit der Briefe Himmlers an seine Familie steht in starkem Kontrast zu den Gräueltaten, die er als Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei verantwortete. Die Korrespondenz offenbart eine verstörende Normalität, hinter der sich die Brutalität und der Mangel an Empathie des NS-Regimes verbergen.
Arne Dahl: "Neid"
Arne Dahl: "Neid"
Der schwedische Schriftsteller Arne Dahl ist bekannt für seine spannenden und clever konstruierten Krimiromane. Allein in Deutschland verkauften sich seine zehn Krimis um die Stockholmer A-Gruppe mehr als eine Million Mal. Aber auch die neue Reihe um die europäische Spezialeinheit Opcop konnte an die vorangegangenen Erfolge anknüpfen.
Und im Februar 2014 ist mit „Neid“ bereits der dritte Band hierzu erschienen, in dem diesmal Menschenhandel und das tödliche Geschäft mit der Energie tragende Rollen spielen…
Und darum geht´s:
Die Hitze des Sommers lähmt ganz Europa. Und während das Opcop-Team die Hintermänner eines internationalen Menschenhandelsrings observiert, begegnet Paul Hjelm bei einem Galadiner der attraktiven Französin Marianne Baillard. Sie bittet ihn um Hilfe in einem blutigen Kriminalfall von europäischer Tragweite: Einem Professor wird auf offener Straße die Kehle durchgeschnitten, und ein blinder Bettler flieht mit den sensiblen Daten, die sich auf dem Smartphone des Professors befinden. Paul Hjelm sieht keine andere Möglichkeit, als all seine Prinzipien über Bord zu werfen.
Und deshalb kann ihm nur sein alter Freund Gunnar Nyberg, der sich längst auf eine griechische Insel zurückgezogen hat, bei seinem Plan behilflich sein…
Globale Verstrickungen
In “Neid” entführt Arne Dahl die Leser in eine Welt der internationalen Kriminalität, die durch Menschenhandel und dunkle Geschäfte mit Energie gekennzeichnet ist. Die Geschichte spielt vor dem Hintergrund einer Hitzewelle, die ganz Europa lähmt, und verwebt die persönlichen Schicksale der Charaktere mit globalen Verbrechen. Dahl meistert es, die Spannung aufrechtzuerhalten und den Leser mit unerwarteten Wendungen zu überraschen.
Moralische Dilemmata
Die Charaktere, insbesondere Paul Hjelm, stehen vor schwerwiegenden moralischen Entscheidungen, als sie mit einem komplexen Fall konfrontiert werden. Die Begegnung mit Marianne Baillard und der blutige Kriminalfall zwingen Hjelm dazu, seine Prinzipien zu überdenken und unkonventionelle Wege zu gehen. “Neid” ist nicht nur ein Krimi, sondern auch eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den moralischen Grauzonen, die bei der Verfolgung von Gerechtigkeit oft durchschritten werden müssen.
Don Quijote
Miguel de Cervantes Saavedra: “Don Quijote”
“Don Quijote” von Miguel de Cervantes Saavedra ist mit Abstand das bekannteste Werk der spanischen Literatur und zählt seit 1605 zu den bedeutendsten Romanen der Weltliteratur.
Und darum geht´s:
Don Quijote, ein Junker aus dem spanischen Mancha und Liebhaber von Ritterromanen, packt eines Tages die phantastische Idee, als Ritter die Welt zu einer besseren zu machen.
Er begibt sich kurzerhand hinaus in die Welt, um Unrecht zu bekämpfen und sich in Gefahren zu stürzen, wie es einst die Helden seiner so geliebten Ritterromane getan haben. Aus Pappdeckeln bastelt er sich seinen Helm, bereitet dann eine Ritterrüstung auf und reitet schließlich auf seinem alten Gaul Rosinante davon. Bei der Reise stellen sich immer wieder Hindernisse in den Weg und er muss jede Menge einstecken. Doch nichts kann ihn aufhalten.
Und als er sich dann Sancho Panza als Knappen dingt, kann die fesselnde Reise des Gespanns aus Idealisten beginnen:
So kämpft Don Quijote, oder besser bekannt als der Ritter von der traurigen Gestalt, gegen Windmühlen, die er für Riesen hält, attackiert staubumwölkte Hammelherden, die ihm mächtige Heere zu sein scheinen und besteht den „blutigen“ Kampf mit einigen Schläuchen roten Weines…
Wer nun nicht mehr weiß, wie das Abenteuer ausgeht und ob Don Quijote und Sancho Panza heil davon kommen, liest es am besten selbst noch einmal in der Geschichte nach.
Unerschütterlicher Idealismus
“Don Quijote” ist eine Hommage an den unerschütterlichen Idealismus, der trotz der harten Realitäten des Lebens bestehen bleibt. Cervantes’ Protagonist, ein einfacher Mann, der von edlen Taten träumt, verkörpert den Glauben an die Macht der Fantasie und der guten Absichten. Seine komischen, oft absurden Abenteuer spiegeln den Konflikt zwischen Idealismus und Pragmatismus wider und fordern den Leser heraus, über die Bedeutung von Ehre und Tugend in der modernen Welt nachzudenken.
Die Dynamik zwischen Quijote und Panza
Die Beziehung zwischen Don Quijote und Sancho Panza ist ein zentrales Element des Romans und beleuchtet die Balance zwischen Träumerei und Bodenständigkeit. Sancho, der treue Knappe mit einem Hang zum Praktischen, ergänzt Don Quijotes idealistische Weltanschauung auf eine Weise, die sowohl humorvoll als auch tiefgründig ist. Ihre Interaktionen bieten einen Einblick in die menschliche Natur und die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen, was “Don Quijote” zu einem zeitlosen Werk macht, das Generationen von Lesern inspiriert und unterhält.
Osterie d’ Italia
Slow Food Editore: „Osterie d’ Italia”
Bis zum langersehnten Sommerurlaub ist es zwar noch ein paar Monate hin, doch viele Deutsche sind aktuell trotzdem schon dabei, zu planen, wohin denn diesmal die Reise gehen soll. Und bei einem Großteil steht auch dieses Jahr wieder Italien hoch im Kurs.
An all diejenigen richtet sich folgender Buchtipp:
Denn „Osterie d’ Italia 2014/2015” von Slow Food Editore ist prall gefüllt mit über 1.700 Adressen der schönsten Gasthäuser Italiens und ist damit unverzichtbar für jeden Italienreisenden.
Den Leser erwarten unterhaltsame Portraits der vorgestellten Osterien, Trattorien, Enotecen, Bars und Konditoreien sowie Essays über kulinarische Besonderheiten, Traditionen und Sitten der jeweiligen Region.
Neu in dieser vollständig überarbeiteten und neu recherchierten Ausgabe sind Empfehlungen von Osterien, die ein vegetarisches Menü anbieten sowie von Lokalen, die in ihrer Küche Produkte verarbeiteten, die aus dem eigenen Gemüsegarten kommen. Denn „Tatsache ist, dass von der Weiterentwicklung des Osteria-Konzepts ein Großteil der italienischen Gastronomiezukunft abhängt“, so die Redaktionsleiter Marco Bolasco und Eugenio Signoroni in ihrem Vorwort.
Der Osterie d’Italia ist nach Regionen geordnet. Die dazugehörigen Karten verschaffen einen schnellen Überblick darüber, wo sich mindestens eine Osteria befindet. Neueinträge im Vergleich zur letztjährigen Ausgabe sind ausdrücklich gekennzeichnet, ebenso Lokale mit einem speziellen Angebot an herausragendem Wein oder Käse. Weitere Symbole verweisen auf Lokale, die regelmäßig Presidi-Produkte verwenden, barrierefrei zugänglich sind oder glutenfreie Gerichte anbieten.
Das umfangreiche Kulinarische Lexikon hilft beim Einkauf und im Restaurant.
Taschenbuch: 928 Seiten
Integralbindung mit Lesebändchen
22 Übersichtskarten
Verlag: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH
Murmel Clausen: „Frettsack“
Murmel Clausen: „Frettsack“
Seit dem 6. Februar 2014 läuft Matthias Schweighöfers neuer Film „Vaterfreuden“ in den deutschen Kinos. Dass er erfolgreich sein wird, war klar. Doch dass er sich in den Charts direkt auf Platz 1 setzt und damit mehr Besucher in die Kinos lockt als z.B. „The Wolf of Wall Street“ oder etwa „RoboCop“, der ebenfalls am 6.2. in den Kinos startete, ist schon beeindruckend, aber letztlich dann doch wieder nicht so überraschend.
Denn neben dem Teenieschwarm Matthias Schweighöfer als Hauptdarsteller trumpft der Film auch mit seiner turbulenten und witzigen Geschichte auf.
Und genau deshalb lohnt es sich, bevor man sich den Film im Kino anschaut, noch fix den Roman zu lesen, der als Vorlage für „Vaterfreuden“ herhielt: „Frettsack“ von Murmel Clausen.
Und darum geht´s in Frettsack:
Jens Fischer hat keinen Schlag bei den Frauen. Die Hoffnung, jemals eine Familie gründen zu können, hat er längst verloren. Verbittert wird er Samenspender, um sein Erbgut wenigstens anonym weiterzugeben.
Als er jedoch vom Frettchen seines Mitbewohners Sven in den Sack gebissen und kastriert wird, setzt er alles daran, die Frau zu finden, die durch seine letzte Spende indirekt von ihm geschwängert wurde.
Mithilfe von Sven und dem Balkanhünen Hondo bricht er in die Samenbank ein und gelangt so an die Adresse der bezaubernden, aber verheirateten Maren Heinze. Und endlich hat Jens ein Ziel in seinem Leben: Er muss diese Frau für sich gewinnen.
Über Murmel Clausen
Murmel Clausen ist ein deutscher Comedian und Schauspieler, der vor allem für seine Arbeit in der beliebten TV-Show Bullyparade bekannt ist. Er wurde in München geboren und lebt dort seit seiner Jugend.
Murmel Clausen ist bekannt für seinen einzigartigen Comedy-Stil, der oft absurden Humor und körperliche Komik beinhaltet. Er hat auch in mehreren Filmen mitgewirkt, darunter Frettsack und Frettnapf. Seine Arbeit bei Bullyparade hat ihn in Deutschland zu einem bekannten Namen gemacht, und er ist nach wie vor einer der beliebtesten Comedians des Landes.
Murmel Clausens Erfolg lässt sich auf seine Fähigkeit zurückführen, Menschen mit seinem kreativen Sprachgebrauch sowie seinen körperlichen Comedy-Routinen zum Lachen zu bringen. Seine Popularität wächst weiter und macht ihn heute zu einer der bekanntesten Figuren der deutschen Unterhaltung.










