Kinotipp: Lola auf der Erbse

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4. September 2014|1 Minutes

Am 4. September startet die Verfilmung von Annette Mierswas Kinderbuch „Lola auf der Erbe“ in den deutschen Kinos. In diesem authentischen Familiendrama wird so die Freundschaft zweier junger Außenseiter thematisiert, die mit verschiedenen Problemen unserer Gesellschaft konfrontiert werden.

Neben der Scheidung der Eltern und der Ausländerthematik werden ebenso die aktuellen Umweltprobleme aufgegriffen und behandelt.

Darum geht´s:
Die 11-jährige Lola lebt mit ihrer Mutter Loretta auf einem rustikalen Hausboot, das sie „Erbse“ nennen. Und seitdem ihr Vater die Familie vor zwei Jahren verlassen hat, zieht sie sich immer öfter in ihre Traumwelt zurück und entwickelt sich damit zur Außenseiterin gegenüber Gleichaltrigen. Als ihre Mutter dann auch noch ihren neuen Freund Kurt mit nach Hause bringt, reicht es Lola.

Sie vermisst ihren Vater so sehr und beginnt die Beziehung ihrer Mutter zu sabotieren.
Doch Lolas Leben scheint wieder annehmlicher, als eines Tages ein neuer Junge in Lolas Klasse kommt. Rebin ist genau wie Lola Einzelgänger und beide verstehen sich auf Anhieb. Wäre da nicht das dunkle Geheimnis seiner Familie…


Kinotipp: „Madame Mallory und der Duft von Curry“

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31. August 2014|1 Minutes

Es ist eine Mischung aus „Chocolat“ und „Slumdog Millionaire“: denn als Hassan Haji in Bombay geboren wird, ahnt niemand, dass er einst Sternekoch in einem verschlafenen Dorf in Frankreich werden soll…

Der 2011 erschienene Roman „Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef“ von Richard C. Morais avancierte schnell zum Bestseller.

Nun hat sich auch Hollywood dieser herzerwärmenden Geschichte angenommen und seit dem 21.08.2014 können wir die Story um Essen, Liebe, Indien und Frankreich auch in den deutschen Kinos sehen.

Kurzerhand umbenannt in „Madame Mallory und der Duft von Curry“ haben sich Steven Spielberg und Oprah Winfrey als Produzenten und Lasse Hallström („Chocolat“) als Regisseur an die Arbeit gemacht und entstanden ist eine sehenswerte kulinarische Komödie voller Leidenschaft und Herz. Und nicht zuletzt dank Helen Mirren, die die Rolle der Madame Mallory übernimmt, können sich die Zuschauer auf ein 123 minütiges Kinoerlebnis freuen.

Darum geht´s:

In einem französischen Dorf eröffnet der aus Bombay stammende Hassan Haji mit seiner Familie ein indisches Restaurant. Sehr zum Missfallen der alteingesessenen Madame Mallory, deren Sterne-Gourmettempel sich direkt gegenüber befindet. Diese versucht nun mit allen Mitteln, Hassan das Handwerk zu legen. Bis sie plötzlich sein großes Talent für sich entdeckt …

Genres:Komödie, Romantik
Kinostart:21.08.2014
Darsteller:Helen Mirren, Om Puri, Manish Dayal, Charlotte Le Bon, Farzana Dua Elahe, Amit Shah, Aria Pandya, Dillon Mitra, Michel Blanc

nach einem Roman von Richard C. Morais


Kinotipp: Saphirblau

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14. August 2014|3 Minutes

Seit dem 14. August 2014 können Fans der „Edelstein-Trilogie“ von Kerstin Gier endlich wieder mit Gwendolyn Shepard und Gideon de Villiers auf Zeitreise gehen. Denn mit „Saphirblau“ ist nun die Fortsetzung von „Rubinrot“ in den deutschen Kinos gestartet.

Darum geht´s:

Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn Shepherd Zeitreisende wider Willen. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. Beides nicht wirklich einfach! Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss.

Gut, dass sie wichtige Ratgeber an ihrer Seite weiß: Ihre beste Freundin Leslie, den kleinen Wasserspeier Xemerius, den Schulgeist James und ihren Großvater in jungen Jahren, der ihr in der Vergangenheit wichtige Tipps gibt. Doch als Gideon und Gwendolyn sich gegen eine gefährliche Allianz zur Wehr setzen müssen und in die Fänge des Grafen von St. Germain geraten, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt.

„Saphirblau“ wurde von der Deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat wertvoll ausgezeichnet!

Kinostart: 14.08.2014
Regie: Felix Fuchssteiner, Katharina Schöde
Schauspieler: Maria Ehrich, Jannis Niewöhner, Peter Simonischek u.a.

Infos zu den beiden Hauptdarstellern:

Maria Ehrich (Gwendolyn Shepherd)

1993 in Erfurt geboren, konnte Maria Ehrich 2004 in „Mein Bruder ist ein Hund“ ihr Schauspieldebüt unter der Regie von Peter Timm geben. Große Aufmerksamkeit erhielt sie 2006 für die Darstellung der Tochter von Veronica Ferres im ARD-Spielfilm „Die Frau vom Checkpoint Charlie“ von Miguel Alexandre. 2007 spielte sie zudem in Peter Timms erfolgreicher Fortsetzung RENNSCHWEIN RUDI RÜSSEL 2 fürs Kino mit. Der Nachwuchsstar wirkte außerdem bereits in zahlreichen TV-Produktionen mit, wie unter anderem in „Danni Lowinski“ , „Ein Date fürs Leben“ und „Doctors Diary“.

Jannis Niewöhner (Gideon de Villiers)

2002 stand Jannis Niewöhner bereits als Zehnjähriger in einem „Tatort“ vor der Kamera. Nach mehreren kleineren Rollen wurde er schließlich in der Rolle des Tim im Kinofilm „TKKG – Das Geheimnis um die rätselhafte Minde-Machine“ auch einem breiteren Publikum bekannt. Im selben Jahr war er auch in „Die wilden Hühner und die Liebe“ zu sehen. 2008 war er der Gegenspieler von Jimi Blue Ochsenknecht in dem Jugendfilm „Sommer“, wofür er im selben Jahr eine Nominierung für den Undine Award als Bester jugendlicher Nebendarsteller erhielt.
An der Seite beider Ochsenknechtbrüder spielte er in dem Jugenddrama „Gangs“ (2009).

Aufsehen erregte 2012 der Fernsehfilm „Ein Jahr nach morgen“, in dem Jannis Niewöhner eindrucksvoll den Freund einer Amokläuferin spielt. Zuletzt war Niewöhner in „Helden – Wenn dein Land dich braucht“ und in „In einem wilden Land“ sowie in den Kinofilmen „Besser als Nix“ und „Doktorspiele“ zu sehen.


Alberto da Costa e Silva erhält Camões-Literaturpreis

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3. Juni 2014|1 Minutes

Benannt nach dem berühmten portugiesischen Dichter Luís de Camões, ist der Camões-Literaturpreis die bedeutendste literarische Auszeichnung in der portugiesischsprachigen Welt.

Bereits seit 1989 wird diese alljährlich vergeben und ist mit ca. 100000 Euro dotiert.

In diesem Jahr geht der Preis an den brasilianischen Schriftsteller Alberto da Costa e Silva, dessen Texte von herausragender Qualität seien, so die Jury. Der in São Paulo geborene 83-Jährige wurde in der Literatur unter anderem durch seine Gedichtbände und Autobiografien bekannt.

In seinen Veröffentlichungen setzte er sich dabei vor allem mit der afrikanischen Geschichte auseinander.

Sein neuestes Werk hierzu wurde 2012 in Brasilien unter dem Titel Imagens da África veröffentlicht.

Einige seiner Werke (Auswahl):

Autobiografische Schriften

  • 1994: Espelho do príncipe
  • 2007: Invenção do desenho

Dichtungen

  • 1953: Parque e outros poemas
  • 1962: Tecelão
  • 1962: Carda, Fia, Doba e Tece
  • 1981: A Roupa no estendal, o Muro, os Pombos
  • 1986: A Queimada e a derrubada
  • 1986: Poemas
  • 1993: Consoada

Afrikanistische und geschichtswissenschaftlichen Werke

  • 1992: A Enxada e a lança.‘ A África antes dos portugueses
  • 2002: A Manilha e o libambo: a África e a escravidão, de 1500 a 1700
  • 2003: Um rio chamado Atlântico. A África no Brasil e o Brasil na África
  • 2004: Francisco Félix de Souza, mercador de escravos
  • 2005: Das mãos do oleiro. Aproximações

Jugendliteratur

  • 2006: Um Passeio pela África
  • 2008: A África explicada aos meus filhos


Franz Kafkas Todestag jährt sich zum neunzigsten Mal

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3. Juni 2014|3 Minutes

Als Gregor Samsa eines Morgens aufwacht, muss er feststellen, dass er sich in einen abstoßenden Käfer verwandelt hat. Während er zunächst hofft, noch zu träumen, wird ihm bald bewusst, dass der gepanzerte Rücken und die kleinen dünnen Beinchen keine Einbildung sind…

Die beschriebene Geschichte stammt aus „Die Verwandlung“ und ist wohl die bekannteste Erzählung Kafkas.

Franz Kafka zählt zu den einflussreichsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts und prägte mit seinen Werken Generationen von Künstlern. Am 2. Juli 1983 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren, studierte er von 1901 bis 1906 zunächst Germanistik, dann Jura und promovierte zum Dr. jur.

Nach einer einjährigen „Rechtspraxis“ ging er 1907 zu den „Assicurazioni Generali“ und ein Jahr später als Jurist zur „Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt“, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1922 blieb.

Ende 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz, was der Beginn einer Tuberkulose war. Völlig ausgezehrt starb er im Alter von nur 40 Jahren schließlich an den Folgen seiner schweren Krankheit. Am 3. Juni 2014 jährt sich sein Todestag damit bereits zum 90. Mal.

Die meisten seiner Werke wurden erst nach seinem Tode von dem Schriftsteller Max Brod veröffentlicht.

Seine Werke:

  • 1911: Richard und Samuel
  • 1912: Großer Lärm
  • 1913: Betrachtung
  • 1913: Das Urteil
  • 1913: Der Heizer
  • 1915: Die Verwandlung
  • 1915: Vor dem Gesetz
  • 1918: Der Mord
  • 1918: Ein Landarzt
  • 1919: In der Strafkolonie
  • 1921: Der Kübelreiter
  • 1924: Ein Hungerkünstler

 

Posthum veröffentlicht

  • 1904–1905: Beschreibung eines Kampfes
  • 1907–1908: Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande
  • 1909: Unter meinen Mitschülern
  • 1909: Diese Wahl ist sehr begrüßenswert
  • 1909: Kleine Seele
  • 1911: Wir wußten nicht eigentlich
  • 1911: Die städtische Welt
  • 1911: Das ist ein Anblick
  • 1911: Skizze zur Einleitung für Richard und Samuel
  • 1912: Einleitungsvortrag über Jargon
  • 1914: Erinnerungen an die Kaldabahn
  • 1914–1915: Der Unterstaatsanwalt
  • 1914–1915: Ein junger ehrgeiziger Student
  • 1914–1915: Der Dorfschullehrer
  • 1915: Blumfeld, ein älterer Junggeselle
  • 1916–1917: Der Gruftwächter
  • 1916–1917: Die Brücke
  • 1917: Eine Kreuzung
  • 1917: Der Schlag ans Hoftor
  • 1917: Der Jäger Gracchus
  • 1917: Beim Bau der Chinesischen Mauer
  • 1917: Eine alltägliche Verwirrung
  • 1917: Der Nachbar
  • 1917: Vom jüdischen Theater
  • 1917: Die Zürauer Aphorismen
  • 1917: Die Wahrheit über Sancho Pansa
  • 1917: Das Schweigen der Sirenen
  • 1918: Prometheus
  • 1919: Brief an den Vater
  • 1920: Der große Schwimmer
  • 1920: Heimkehr
  • 1920: Unser Städtchen liegt …
  • 1920: Gemeinschaft
  • 1920: Die Prüfung
  • 1920: Der Geier
  • 1920: Der Kreisel
  • 1920: Zur Frage der Gesetze
  • 1920: Das Stadtwappen
  • 1920: Der Steuermann
  • 1920: Kleine Fabel
  • 1920: Poseidon
  • 1920: Die Truppenaushebung
  • 1922: Fürsprecher
  • 1922: Forschungen eines Hundes
  • 1922: In unserer Synagoge
  • 1922: Das Ehepaar
  • 1922: Der Aufbruch
  • 1922: Gibs auf
  • 1922: Von den Gleichnissen
  • 1922–1924: Bilder von der Verteidigung eines Hofes
  • 1923–1924: Der Bau


Jürgen Becker erhält Georg-Büchner-Preis

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2. Juni 2014|1 Minutes

Der 81-jährige Schriftsteller Jürgen Becker erhält die höchste Auszeichnung der deutschsprachigen Literatur. Becker sei „eine maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie“, so die Jury in ihrer Begründung für diese Entscheidung.

Bekannt geworden als Lyriker, Prosa-Autor und Verfasser von Hörspielen, würdigte die Jury ihn aber vor allem für seine lyrischen Werke: „Seine Gedichte machen unsere alltäglich erlebte Welt auf neue Weise sichtbar und unvergesslich.“

Jürgen Becker wurde am 10. Juli 1932 in Köln geboren und verbrachte den Großteil seiner Kindheit und Jugend in Erfurt, bis er mit seinem Vater schließlich wieder nach Köln zog. Seine Eltern lebten getrennt.

Seine ersten Texte schrieb Jürgen Becker Anfang der 50er Jahre, als er unglücklich verliebt in seinem Zimmer bei den Großeltern saß. Plötzlich gingen ihm die Verse durch den Kopf und von da an stieg sein Ausdrucksverlangen bis ins unermessliche.

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird dieses Jahr am 25. Oktober in Darmstadt verliehen.

Im vergangenen Jahr erhielt die Autorin Sibylle Lewitscharoff den begehrten Preis. 2012 konnte sich Felicitas Hoppe über diese Auszeichnung freuen.


Die Gewinner für den Preis der Leipziger Buchmesse 2014 stehen fest

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16. März 2014|9 Minutes

Bereits zum zehnten Mal wurde nun in diesem Jahr der begehrte Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen. Und auch in diesem Jahr war die Zahl der Bewerbern und die damit geschaffene Vielfalt enorm: so reichten 136 Verlage insgesamt 410 Titel ein, die in den letzten Monaten erschienen waren.

Doch es konnte am Ende nur drei Gewinner geben:

Kategorie Belletristik

Saša Stanišić
Vor dem Fest
Luchterhand Literaturverlag

Zur Begründung:

Saša Stanišić hat ein Dorf erfunden, das es ganz gewiss gibt. Nur vielleicht nicht so menschenfreundlich, so unverdrossen. Er macht die Räume eng und die Zeit, erzählt von einer einzigen Nacht, der Nacht vor dem Annenfest, in der sich unwahrscheinlich viel ereignet und manches entscheidet. Zugleich jedoch stößt er die Tür zur Vergangenheit auf. „Vor dem Fest“ unternimmt eine Probebohrung in die Tiefe deutscher Geschichte als Mythologie; ein Unternehmen allerdings, das den gegenwärtigen Kult weihevollen Gedenkens subtil verspottet:

Die alten Schriften, Chronikberichte, Legenden und haarsträubenden Anekdoten à la Kleist, die im „Haus der Heimat“ von einer gemütskranken Kustodin verwahrt werden, sind von höchst zweifelhafter Herkunft. Was das Vergnügen daran nicht mindert. Stanišić hat ein Dorf aus Sprache erfunden, ein Kaleidoskop, einen Kosmos aus vielen Stimmen, Klangfarben, Jargons, die Welt in nuce, magisch zusammengehalten von einem kollektiven Erzähler, der dazugehört, einem, der verschmitzt ist und gewitzt und klug und ein bisschen weise.

Als gälte es, das Zerrbild des Antiheimatromans geradezurichten, dessen Typologie nur das verpatzte Fest kennt. Diese Dörfler sind keine Schurken, Sünder sind sie allemal. Weil auch die Tiere zu dieser fabelhaften Welt der Nussschale gehören, kann eine Füchsin oder Fähe vor einer Bäckerei stehen und denken: „Darin machen Menschen das, was Menschen am liebsten machen: aus einer Sache eine andere.“ Aus einer Sache eine andere machen, das klingt nach einer Mischung aus Handwerk und Alchemie – und nichts anderes macht Saša Stanišić dank stupendem Sprach- und Erzählwitz mit und aus seinem Stoff: man nennt es Literatur, und es lässt sich nicht einsperren in ein Ghetto ewigen Migrantentums. Omne solum forti patria est. Dem Starken ist jeder Boden Heimat. Auch der Sand der Uckermark.

Kategorie Sachbuch/Essayistik

Helmut Lethen
Der Schatten des Fotografen
Rowohlt Berlin

Zur Begründung:

Wir alle sind von Bildern umgeben und umstellt. Weil das so ist, bleibt uns im Alltag kaum etwas anderes übrig, als ihnen einfach zu glauben. Oder, die andere Möglichkeit, wir misstrauen den Bildern fundamental. Nichts ist nützlicher in dieser Lage als eine Verhaltenslehre des Sehens, wie sie Helmut Lethen in seinem neuen Buch „Der Schatten des Fotografen“ vorlegt. Nicht, dass man sich mit diesem Buch durch Youtube-Videos klicken würde. Seine Welt ist vielmehr das Zeitalter der Fotografie. Denn Bilder – so sagt es der Literaturwissenschaftler Lethen mit dem Bildwissenschaftler Hans Belting –, Bilder sind Nomaden, die ihre Zelte in verschiedenen Medien aufschlagen. Was die so unterschiedlichen Bilder in diesem Buch zusammenhält, ist nicht nur die ebenso sinnliche wie analytische Weise, in der Lethen seine Bilder betrachtet. Es ist auch die bohrende Frage nach ihrer Wirklichkeit.

Eine Frage, die umso bohrender klingt, insofern sie ein Autor aus einer Generation stellt, die einst lernte und lehrte, dass Zeichen auf nichts anderes verweisen als auf andere Zeichen. In diesem Buch gibt es Bilder, die emphatisch zeigen, dass hinter ihnen genau nichts zu finden sei; Bilder, die als Schwindel erregende Ironie-Maschinen fungieren. Doch was die insistierende Frage nach dem Dahinter bei anderen Bildern ergibt, ist nichts anderes als existenziell. Die Frau, die auf dem Cover des Buches abgebildet ist, watet mit nackten Füßen durch einen Fluss, Richtung trockenes Ufer. Ein idyllischer Anblick (eine Schäfer-Szene?). Erst der karge Hinweis auf der Rückseite des Fotos – „Minenprobe … 1942“ – macht die Frau sichtbar als das, was sie war: vorgeschickt von Soldaten an der Ostfront, als lebendiges Minensuchgerät.

Kategorie Übersetzung

Aus dem amerikanischen Englisch von Robin Detje
William T. Vollmann: Europe Central
Suhrkamp Verlag

Zur Begründung:

Die Arbeit des Übersetzers ist der eines Schauspielers nicht ganz unähnlich. Auch der Übersetzer deutet einen Text nicht nur an, sondern er inszeniert ihn im Gewand der neuen Sprache. Für diesen schöpferischen Akt schlüpft er in fremde sprachliche Rollen. Dass Robin Detje nun nicht nur Autor und Übersetzer ist, sondern auch Theaterschauspieler, mag ihm bei seiner Übertragung von William T. Vollmanns Roman „Europa Central“ durchaus zugute gekommen sein.

Denn es sind unfassbar viele Positionen, Charaktere und Perspektiven, die er in diesem grandiosen Stück Literatur auszufüllen hatte. Der Roman „Europe Central“ ist ein Stimmwunder über Krieg und Diktatur im zwanzigsten Jahrhundert. Auf mehr als tausend Seiten versammelt es die Einzelschicksale von mindestens vierzig Figuren aus deutscher und sowjetischer Perspektive. Wir hören von historischen Künstlerfiguren wie Käthe Kollwitz und Anna Achmatowa ebenso wie von Generälen, die wie Wlassow und Paulus als Kriegsgefangene jeweils die Seiten wechselten.

William T. Vollmann führt uns durch die versehrte Kriegslandschaft, die dieses Mitteleuropa einmal war, er geht mit uns ins belagerte Leningrad ebenso wie nach Stalingrad, Dresden, Moskau und Auschwitz. Das alles wird berichtet von einer Erzählerstimme, die immer wieder die Identität wechselt. Acht Jahre hat es gedauert, bis „Europe Central“ nach dem Erscheinen des amerikanischen Originals im Jahre 2005 nun endlich auch auf Deutsch vorliegt. Und es ist das große Verdienst dieser Ausgabe, dass Robin Detje anderthalb Jahre lang daran arbeiten konnte, so dass er auch den wichtigen und überaus spannenden Quellenapparat mit mehr als 750 Anmerkungen für die deutsche Ausgabe penibel nachrecherchieren konnte.

Robin Detje schreibt seine Übersetzung stimmig am amerikanischen Original entlang. Immer wieder findet er überzeugende Entsprechungen für Töne, Bilder, Motivreihen. Mit diesem Sprachgefühl, Akribie und auf Augenhöhe mit dem Autor bringt er uns diese Hymne auf die Kunst des Erzählens, die dabei selbst die Grenzen klassischen Erzählens immer wieder durchbricht, auch musikalisch nah.

Nicht ohne Grund steht Dimitri Schostakowitsch im Zentrum des Romans, von dessen Kompositionen sich der Autor auch sprachlich inspirieren ließ. William T. Vollmann hat mit „Europe Central“ eine bedeutende literarische Studie über das Spannungsverhältnis von Kunst und Politik, von Liebe, Macht und Tod geschrieben. Robin Detje hat sie eindrucksvoll übersetzt. In Sätze, voller Schönheit und Abgründe, in denen Zynismus, Lakonie und Poesie aufeinander fallen. Dafür erhält Robin Detje den Preis der Leipziger Buchmesse des Jahres 2014 in der Kategorie Übersetzung. Herzlichen Glückwunsch.

 

Zum Preis der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Er ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen.

Der Vorsitzende der Jury ist der Journalist und Literaturkritiker Hubert Winkels. Weiterhin zur Jury des Preises der Leipziger Buchmesse gehören Lothar Müller, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung; René Aguigah, Abteilungsleiter Kultur und Gesellschaft beim Deutschlandradio Kultur; Daniela Strigl, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Wien sowie Ursula März, Literaturkritikerin bei DIE ZEIT. Neu dabei sind in diesem Jahr Dirk Knipphals, Literaturredakteur der taz und Sandra Kegel, Redakteurin im Ressort Literatur und Literarisches Leben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.


„12 Years a Slave“ bei den British Academy Film Awards ausgezeichnet

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18. Februar 2014|2 Minutes

Am vergangenen Sonntag (16.02.2014) wurden in London wieder die BAFTA-Awards verliehen, die bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die Oscar-Verleihung in knapp 14 Tagen gegeben haben.

Denn der Favorit “12 Years a Slave” (immerhin für neun Oscars nominiert) wurde dabei als bester Film ausgezeichnet. Das britisch-amerikanische Sklavendrama, welches von Brad Pitt produziert wurde, erzählt die Geschichte eines freien Mannes, der entführt und versklavt wird.

Doch ebenso erwähnenswert wie der Film ist natürlich das Buch zur Geschichte, das am 17. Februar 2014 im Piper Verlag erschienen ist:

Solomon Northup lebte als freier Bürger, bis er von Sklavenhändlern verschleppt und an einen Plantagenbesitzer in Louisiana verkauft wurde. Zwölf Jahre erlitt er grausamste Gefangenschaft, bevor er seine Freiheit zurückgewann und zu seiner Familie heimkehrte. Seine Memoiren von 1853 sind nicht nur wertvolles historisches Testament, sondern auch berührendes Zeugnis eines mutigen und unnachgiebigen Mannes. John Ridleys Drehbuch basiert auf seinem wahren Bericht.

Ein Kampf um Freiheit und Würde

Solomon Northups beeindruckende Geschichte in “12 Years a Slave” ist ein tief berührendes Zeugnis des menschlichen Überlebenswillens unter extremsten Bedingungen. Sein unermüdlicher Kampf gegen die Entmenschlichung durch die Sklaverei und seine endliche Rückkehr in die Freiheit sind ein kraftvolles Beispiel für Mut und Entschlossenheit. Northups Memoiren bieten nicht nur einen Einblick in die dunkle Seite der amerikanischen Geschichte, sondern sind auch eine Inspiration für den unerschütterlichen Glauben an Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

Historisches Zeugnis und aktuelle Relevanz

Die Memoiren von Solomon Northup, festgehalten in “12 Years a Slave”, sind mehr als nur ein historisches Dokument. Sie werfen ein Schlaglicht auf die Schrecken der Sklaverei und ihre tiefgreifenden Auswirkungen auf das Leben unzähliger Menschen. Die Geschichte Northups, obwohl sie im 19. Jahrhundert spielt, besitzt eine erschreckende Aktualität in ihrer Darstellung von Ungerechtigkeit und der Widerstandsfähigkeit des menschlichen Geistes. Sie erinnert uns daran, dass die Geschichte lehrreich ist und wir bestrebt sein müssen, ihre Fehler nicht zu wiederholen.


„Das finstere Tal“ auf der Berlinale 2014

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6. Februar 2014|2 Minutes

Ab dem 06.02.2014 geben sich in unserer Hauptstadt im Rahmen der Berlinale wieder die internationalen Filmstars auf den roten Teppichen die Klinke in die Hand. Doch eigentlich noch interessanter als die Stars sind natürlich die vorgeführten Filme.

Unter ihnen befindet sich so zum Beispiel auch der Western „Das finstere Tal“, der am 10.02. im Zoo Palast und am 15.02. noch einmal im Friedrichstadt-Palast vorgeführt wird.

Die Vorlage für diesen Film lieferte dabei der Roman von Thomas Willmann.

Und darum geht´s in der Geschichte:

Die Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts, kurz vor Winterbeginn. Ein Fremder kommt in ein einsam gelegenes Hochtal. Er sei Maler und suche Quartier. Die Bewohner sind misstrauisch, lassen sich aber von seinem Gold überzeugen. Der erste Schnee schneidet das Tal von der Außenwelt ab. Das Leben im Dorf kommt zur Ruhe, man hat sich an den Fremden gewöhnt. Doch dann gibt es den ersten Toten, bald darauf einen zweiten. Eine dramatische Geschichte von Liebe und Hass, Schuld und Vergeltung nimmt ihren Lauf.

Alle, die nun keine Tickets für die Berlinale-Vorführung mehr bekommen haben, können wir beruhigen! Denn „Das finstere Tal“ läuft bereits am 13. Februar bundesweit in den Kinos an.

Und allen anderen, die nicht ins Kino gehen möchten und lieber das Original lesen, können wir den Roman von Thomas Willmann nahe legen.

Spannung in den Alpen

“Das finstere Tal” bringt eine fesselnde Geschichte voller Geheimnisse und Spannung in die idyllische Kulisse der Alpen. Der Einzug des Fremden in das abgeschiedene Dorf und die darauffolgenden mysteriösen Todesfälle verändern das Leben der Bewohner grundlegend und ziehen sie in einen Strudel aus Misstrauen und Angst.

Zwischen Buch und Leinwand

Die Verfilmung von “Das finstere Tal” bietet eine beeindruckende Umsetzung von Thomas Willmanns Roman. Filmfans und Leseratten haben gleichermaßen die Gelegenheit, in die düstere Atmosphäre und die tiefgründige Geschichte einzutauchen, sei es auf der großen Leinwand während der Berlinale oder durch das Lesen des packenden Romans.


Kartenvorverkauf für lit.COLOGNE 2014 gestartet

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8. Dezember 2013|1 Minutes

190 Veranstaltungen an elf Festivaltagen, davon 102 Veranstaltungen im Erwachsenenprogramm, 88 Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche, darunter 61 Klasse-Buch-Lesungen – das alles erwartet die Besucher vom 12. bis 22. März 2014 in Köln auf der lit.COLOGNE.

Und auch diesmal werden auf Europas größtem Literaturfestival wieder viele prominente Autoren zu Gast sein: darunter Håkan Nesser, Jussi Adler-Olsen, Jonas Jonasson, Margaret Atwood, Paolo Giordano sowie deutschsprachige Schriftstellergrößen wie Thomas Glavinic, Martin Suter und Martin Mosebach.

Frank Schätzing sorgt dabei für ein absolutes Novum: Er wird auf der lit.COLOGNE 2014 die Weltpremiere seines neuen Thrillers Breaking News feiern – und dies gleich an vier aufeinanderfolgenden Abenden! Iris Berben und Christoph Maria Herbst erklären an einem Abend einen Ort, an dem viele Menschen den größten Teil ihres Lebens verbringen: das Büro. Und Diedrich Diederichsen trifft Rainald Goetz zum Thema Popmusik.

Im Rahmen des Literaturfestivals wird außerdem auch wieder der Deutsche Hörbuchpreis verliehen.

Karten für die lit.COLOGNE gibt es ab sofort unter www.koelnticket.de sowie an den bekannten  Vorverkaufsstellen.
Das komplette Programm sowie weitere Informationen zum Festival gibt´s auf www.litcologne.de


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