Doktor Shiwago
Boris Pasternak: "Doktor Shiwago"
„Es gab um die Jahrhundertwende eine Zeit, als der Name Shiwago in Moskau sehr viele Dinge bezeichnete: Es gab eine Manufaktur Schiwago, eine Bank Schiwago, Schiwago Häuser, das Verfahren Schiwago eine Krawatte zu binden, es gab sogar einen besonderen Kuchen, der Schiwago hieß und wenn man einem Droschken-Kutscher zurief, „Zu Schiwago!“, so brauste der Schlitten klingelnd in ein Märchenreich…“
Als Boris Pasternak in den 1950ern mit diesen Worten seinen Roman begann, dachte er wohl noch nicht daran, dass sein „Doktor Schiwago“ einmal der berühmteste aller Schiwagos werden sollte: der Anti-Held, der sich der Umerziehung der Kommunisten verweigert.
Und darum geht´s:
Der Moskauer Arzt Shiwago, der im russischen Zarenreich aufgewachsen ist, erlebt den Ausbruch der Revolution.
Da durch die neue Ordnung alle seine Karriere-Hoffnungen zerstört worden, beschließt er, mit seiner Familie auf ein Landgut reicher Verwandter zu ziehen.
Doch als Shiwago Lara, die er noch aus einem Lazarett kennt, wieder trifft, gerät die Familienidylle ins Wanken…
„Doktor Schiwago“ ist der erste und einzige Roman von Boris Pasternak. Sein halbes Leben schrieb er an dem Roman, der in der Sowjetunion nicht veröffentlicht werden durfte.
Zwischen Revolution und Romantik
“Doktor Schiwago” ist nicht nur eine Chronik der russischen Revolution, sondern auch eine tiefgründige Liebesgeschichte. Pasternak verwebt geschickt das Leben des Protagonisten Jurij Schiwago mit den politischen Umwälzungen seiner Zeit. Der Roman beleuchtet die innere Zerrissenheit Schiwagos zwischen seiner Pflicht als Arzt, seiner Leidenschaft als Dichter und seiner Liebe zu zwei Frauen.
Ein literarisches Meisterwerk
Boris Pasternaks “Doktor Schiwago” bleibt ein unvergängliches Meisterwerk der Weltliteratur. Der Roman zeichnet sich durch seine poetische Sprache, die Komplexität seiner Charaktere und die Darstellung des menschlichen Geistes unter extremen Bedingungen aus. “Doktor Schiwago” ist eine Hommage an die unzerstörbare Kraft der Liebe und des Lebens, selbst in Zeiten größter Verzweiflung.
Taschenbuch: 704 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Bernhard Schlink: "Der Vorleser"
Bernhard Schlink: "Der Vorleser"
1995 erschienen, erzählt Bernhard Schlink in seinem Weltbestseller „Der Vorleser“ die Geschichte des 15-jährigen Michael Berg und seiner Liebe zu einer ehemaligen KZ-Aufseherin, die als Kriegsverbrecherin angeklagt wird.
Im Rückblick erzählt Michael Berg diesen Abschnitt seines Lebens im Zeitraum von 1959 bis 1984:
Auf dem Nachhauseweg gerät Michael in eine heikle Situation. Als sich Hanna, die bereits Mitte dreißig ist, um ihn kümmert, bringt er ihr später einen Blumenstrauß vorbei, um sich bei ihr zu bedanken. Doch dabei soll es nicht bleiben. Denn Hanna ist die erste Frau, die er begehrt und eine heimliche Liebe beginnt.
Doch es ist etwas Düsteres, Reizbares um Hanna. Seine Fragen, wer sie war und ist, weist sie schroff zurück. Eines Tages ist sie verschwunden. Aus Michaels Leben, nicht aus seinem Gedächtnis. Als Jurastudent sieht er Hanna im Gerichtssaal wieder. Der junge Mann erleidet einen Schock. Er hat eine Verbrecherin geliebt. Vieles an Hannas Verhalten im Prozess ergibt keinen Reim. Bis es ihm wie Schuppen von den Augen fällt: Sie hat nicht nur eine grauenhafte Tat zu verantworten, sie hat auch ihr verzweifelt gehütetes Geheimnis…
„Der Vorleser“ wurde in mehr als 50 Sprachen übersetzt und mit der Schauspielerin Kate Winslet in der Rolle der Hanna verfilmt. Dank Bernhard Schlink hat so der Holocaust auch in der gegenwärtigen Wahrnehmung seinen Platz gefunden und wird nicht in Vergessenheit geraten.
Taschenbuch: 207 Seiten
Verlag: Diogenes (1997)
Don Quijote
Miguel de Cervantes Saavedra: “Don Quijote”
“Don Quijote” von Miguel de Cervantes Saavedra ist mit Abstand das bekannteste Werk der spanischen Literatur und zählt seit 1605 zu den bedeutendsten Romanen der Weltliteratur.
Und darum geht´s:
Don Quijote, ein Junker aus dem spanischen Mancha und Liebhaber von Ritterromanen, packt eines Tages die phantastische Idee, als Ritter die Welt zu einer besseren zu machen.
Er begibt sich kurzerhand hinaus in die Welt, um Unrecht zu bekämpfen und sich in Gefahren zu stürzen, wie es einst die Helden seiner so geliebten Ritterromane getan haben. Aus Pappdeckeln bastelt er sich seinen Helm, bereitet dann eine Ritterrüstung auf und reitet schließlich auf seinem alten Gaul Rosinante davon. Bei der Reise stellen sich immer wieder Hindernisse in den Weg und er muss jede Menge einstecken. Doch nichts kann ihn aufhalten.
Und als er sich dann Sancho Panza als Knappen dingt, kann die fesselnde Reise des Gespanns aus Idealisten beginnen:
So kämpft Don Quijote, oder besser bekannt als der Ritter von der traurigen Gestalt, gegen Windmühlen, die er für Riesen hält, attackiert staubumwölkte Hammelherden, die ihm mächtige Heere zu sein scheinen und besteht den „blutigen“ Kampf mit einigen Schläuchen roten Weines…
Wer nun nicht mehr weiß, wie das Abenteuer ausgeht und ob Don Quijote und Sancho Panza heil davon kommen, liest es am besten selbst noch einmal in der Geschichte nach.
Unerschütterlicher Idealismus
“Don Quijote” ist eine Hommage an den unerschütterlichen Idealismus, der trotz der harten Realitäten des Lebens bestehen bleibt. Cervantes’ Protagonist, ein einfacher Mann, der von edlen Taten träumt, verkörpert den Glauben an die Macht der Fantasie und der guten Absichten. Seine komischen, oft absurden Abenteuer spiegeln den Konflikt zwischen Idealismus und Pragmatismus wider und fordern den Leser heraus, über die Bedeutung von Ehre und Tugend in der modernen Welt nachzudenken.
Die Dynamik zwischen Quijote und Panza
Die Beziehung zwischen Don Quijote und Sancho Panza ist ein zentrales Element des Romans und beleuchtet die Balance zwischen Träumerei und Bodenständigkeit. Sancho, der treue Knappe mit einem Hang zum Praktischen, ergänzt Don Quijotes idealistische Weltanschauung auf eine Weise, die sowohl humorvoll als auch tiefgründig ist. Ihre Interaktionen bieten einen Einblick in die menschliche Natur und die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen, was “Don Quijote” zu einem zeitlosen Werk macht, das Generationen von Lesern inspiriert und unterhält.



