Diese 13 Bücher hat die Welt gerade zu bieten

23. März 2026|4 Minutes

Die Longlist des International Booker Prize 2026 ist raus

Einmal im Jahr passiert etwas Schönes in der Literaturwelt: Eine Liste erscheint, und man denkt sofort: okay, da sind mindestens drei Bücher drauf, die ich unbedingt lesen will.

Am 24. Februar hat die Booker Prize Foundation die Longlist für den International Booker Prize 2026 veröffentlicht. Dreizehn Bücher. Ausgewählt aus 128 Einsendungen, übersetzt aus elf Sprachen, von Autorinnen und Autoren aus 14 Ländern auf vier Kontinenten. Und das alles in einem Jahr, das für den Preis ein besonderes ist: 2026 feiert der International Booker Prize sein zehnjähriges Bestehen in seiner heutigen Form.

Was der Preis eigentlich ist

Kurz für alle, die das Genre noch nicht auf dem Radar haben: Der International Booker Prize zeichnet jährlich das beste übersetzte Werk aus. Sprich, Romane oder Kurzgeschichtensammlungen, die auf Englisch erschienen sind und ursprünglich in einer anderen Sprache verfasst wurden. Das Preisgeld von 50.000 Pfund wird gleichwertig zwischen Autor und Übersetzer geteilt.

Vier Autorinnen und Autoren, die der Preis in den vergangenen zehn Jahren spotlight hat, haben seitdem den Nobelpreis gewonnen. Die Liste hat also Gespür.

Was uns dieses Jahr erwartet

Die Longlist 2026 ist thematisch weit gespannt – und das ist das Schöne daran. Von Hexerei bis Krieg, Revolution bis Neuanfang, Magie bis Mord: Die nominierten Bücher reisen durch Kontinente und Jahrhunderte.

Unter den Titeln:

The Nights Are Quiet in Tehran von Shida Bazyar, aus dem Deutschen übersetzt – eine Debütautorin, die bereits auf sich aufmerksam gemacht hat.

We Are Green and Trembling der argentinischen Autorin Gabriela Cabezón Cámara, die einen queeren argentinischen Konquistadoren ins Zentrum stellt.

The Wax Child der dänischen Autorin Olga Ravn.

Und The Director von Daniel Kehlmann – einem der wenigen deutschsprachigen Namen, die international seit Jahren konsistent wahrgenommen werden.

Die Bücher führen unter anderem in eine brutale Gefängniskolonie im brasilianischen Urwald, ein albanisches Bergdorf mit archaischen Gesetzen, ein Sanatorium für traumatisierte Soldaten in Belgien und einen üppigen Garten am Rand Teherans.

Kurz: Wer Lust hat, die Welt zu lesen – hier ist die Auswahl.

Warum das mehr ist als eine Preisliste

In diesem Jahr wurden Werke aus 34 Sprachen eingereicht – so viele wie nie zuvor in der Geschichte des Preises. Und die Verkäufe übersetzter Literatur haben sich seit der ersten Preisverleihung 2016 verdoppelt. Es ist ein Zeichen dafür, dass Lesende zunehmend bereit sind, über den eigenen Sprachraum hinauszuschauen. Dass Geschichten aus Teheran, Buenos Aires oder Kopenhagen nicht als Nischenprogramm gelten, sondern als das, was sie sind: Literatur.

Und jetzt?

Die Shortlist mit sechs Titeln wird am 31. März 2026 bekanntgegeben. Wer bis dahin einen Vorsprung haben will, hat mit der Longlist genug zu tun.

Drei gute Einstiegspunkte je nach Geschmack: The Director für alle, die starke Figuren und historische Tiefe mögen. The Nights Are Quiet in Tehran für alle, die persönliche Erzählungen mit politischem Gewicht suchen. Und The Wax Child für alle, die gern dorthin gehen, wo es ein bisschen unheimlich wird.

Die Liste wartet nicht. Und der Frühling ist die perfekte Lesezeit.

 

Dein Begleiter beim Entdecken bedeutungsvoller Geschichten, beim Eintauchen in literarische Stimmen und beim Erkunden der Welt durch Bücher.


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