Kinotipp: „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Kinotipp: „Madame Mallory und der Duft von Curry“

Es ist eine Mischung aus „Chocolat“ und „Slumdog Millionaire“: denn als Hassan Haji in Bombay geboren wird, ahnt niemand, dass er einst Sternekoch in einem verschlafenen Dorf in Frankreich werden soll…

Der 2011 erschienene Roman „Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef“ von Richard C. Morais avancierte schnell zum Bestseller.

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Lesungen mit Karin Slaughter

Lesungen mit Karin Slaughter

„Die tiefsten Wunden sind jene, die uns die Vergangenheit zufügt“

Am 1. September erscheint Karin Slaughter´s neuer Thriller „Bittere Wunden“. Zu diesem Anlass wird sie im September fünf Lesungen in deutschen Städten veranstalten.

Die Termine findest du hier:

Wann Wo
08.09.2014
19.00 Uhr
Zweisprachige Lesung (Englisch/Deutsch) im Rahmen des Münchner Krimifestivals.
Dt. Stimme: Dietmar Wunder
Moderation: Dr. Regula Venske
Eintritt: € 12,-
Kartenreservierung über taxtfactory@t-online.deInstitut für Gerichtsmedizin/Sektionshörsaal
Nußbaumstr./Ecke Schillerstraße
80336 München
09.09.2014
19.30 Uhr
Zweisprachige Lesung (Englisch/Deutsch).
Dt. Stimme: Dietmar Wunder
Moderation: Dr. Regula Venske
Eintritt: € 8,-
Einlass ab 19:00 Uhr
Kartenreservierung unter
Tel.: 030/47997488Berliner Kriminal Theater
Palisadenstr. 48
10243 Berlin
10.09.2014 19.00 Uhr Zweisprachige Lesung (Englisch/Deutsch) im Rahmen der Stuttgarter Kriminächte.
Dt. Stimme: Dietmar Wunder
Moderation: Dr. Regula Venske
Eintritt: € 16,-/€ 14,-
Kartenreservierung über
reservix:01805/700733 (€ 0,14/Min aus dem Festnetz) oder über
www.stuttgarter-krimnaechte.deBMW Niederlassung Stuttgart
Pragstrasse 140
70376 Stuttgart
11.09.2014
19.30 Uhr
Zweisprachige Lesung (Englisch/Deutsch) im Rahmen des Festivals „Mord am Hellweg“.
Dt. Stimme: Dietmar Wunder
Moderation: Dr. Regula Venske
Eintritt: VVK: € 17,90/erm. € 14,90
AK: € 23,-/erm. € 20,-
Kartenreservierung über
www-mordamhellweg.de oder i-punkt Unna: 02303-103777Studiotheater Bergkamen
Albert-Schweitzer-Str. 1
59192 Bergkamen
12.09.2014
20.00 Uhr
Zweisprachige Lesung (Englisch/Deutsch) im Rahmen des HarbourFront Festivals.
Dt. Stimme: Dietmar Wunder
Moderation: Dr. Regula Venske
Eintritt: € 15,-
Kartenreservierung über
Tel.: 0180/6015730Katharinenkirche
Katharinenkirchhof 1
20457 Hamburg
Lesungen mit Regina Scheer

Lesungen mit Regina Scheer

Ab dem 06.09.2014 wird die Autorin Regina Scheer bzgl. der Veröffentlichung ihres ersten Romans „Machandel“ Lesungen in diversen deutschen Städten geben.

Alle Termine findest du hier:

Wann Wo
06.09.2014

16.00 Uhr

Chamisso-Literaturhaus im Kunersdorfer Musenhof

OT Kunersdorf

Dorfstraße 1

16269 Bliesdorf

09.09.2014

18.00 Uhr

Lesung im Rahmen des Kulturherbst ‚Mecklenburgische Seenplatte‘

Brigitte-Reimann-Literaturhaus Neubrandenburg

Gartenstraße 6

17033 Neubrandenburg

18.09.2014

19.00 Uhr

Ulrich von Hutten Buchhandels GmbH&Co.KG Inh. Falko Micklich eK

Logenstraße 8

15230 Frankfurt

13.10.2014

20.00 Uhr

Bibliothek am Wasserturm

Prenzlauer Allee 227-228

Berlin

15.10.2014

19.30 Uhr

Kulturhaus Karlshorst

Treskowallee 112

10318 Berlin

16.10.2014 Thalia-Buchhandlung E. Könnecke GmbH & Co. KG VST 160

Breite Straße 15 – 17

18055 Rostock

20.10.2014

19.30 Uhr

Schleswig-Holstein-Haus

Puschkinstraße 12

19055 Schwerin

23.10.2014

19.00 Uhr

Alte Feuerwache

Bahnhofsstraße 79

15732 Eichwalde

28.10.2014 Koeppen-Haus

Bahnhofstraße 4/5

17489 Greifswald

29.10.2014

19.00 Uhr

Buchhandlung Heinrich Hugendubel GmbH & Co. KG

Ossenreyerstraße 13

18439 Stralsund

05.11.2014

19.30 Uhr

Comenius-Buchhandlung

Steinstraße 15

02826 Görlitz

12.11.2014 Buchhaus Loschwitz

Friedrich-Wieck-Straße 6

01326 Dresden

20.11.2014 Buchhandlung Starick Inh. Starickbuch GmbH

Breite Straße 35/36

14199 Berlin

21.11.2014

19.00 Uhr

Heinrich-Mann-Bibliothek

Markt 10

15344 Strausberg

29.11.2014 Buchladen und Antiquariat

Fürstenwerder

Berliner Straße 4

17291 Nordwestuckermark

03.12.2014 Eckermann-Buchhandlung GmbH&Co.KG

Marktstraße 2

99423 Weimar

04.12.2014 Buchhandlung Peterknecht

Anger 28

99084 Erfurt

9.12.2014 Lehmanns Media GmbH

Grimmaische Straße 10

04109 Leipzig

Kinotipp: Saphirblau

Kinotipp: Saphirblau

Seit dem 14. August 2014 können Fans der „Edelstein-Trilogie“ von Kerstin Gier endlich wieder mit Gwendolyn Shepard und Gideon de Villiers auf Zeitreise gehen. Denn mit „Saphirblau“ ist nun die Fortsetzung von „Rubinrot“ in den deutschen Kinos gestartet.

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Alberto da Costa e Silva erhält Camões-Literaturpreis

Alberto da Costa e Silva erhält Camões-Literaturpreis

Alberto da Costa e Silva Benannt nach dem berühmten portugiesischen Dichter Luís de Camões, ist der Camões-Literaturpreis die bedeutendste literarische Auszeichnung in der portugiesischsprachigen Welt.

Bereits seit 1989 wird diese alljährlich vergeben und ist mit ca. 100000 Euro dotiert.

In diesem Jahr geht der Preis an den brasilianischen Schriftsteller Alberto da Costa e Silva, dessen Texte von herausragender Qualität seien, so die Jury. Der in São Paulo geborene 83-Jährige wurde in der Literatur unter anderem durch seine Gedichtbände und Autobiografien bekannt.

In seinen Veröffentlichungen setzte er sich dabei vor allem mit der afrikanischen Geschichte auseinander.

Sein neuestes Werk hierzu wurde 2012 in Brasilien unter dem Titel Imagens da África veröffentlicht.

Einige seiner Werke (Auswahl):

Autobiografische Schriften

  • 1994: Espelho do príncipe
  • 2007: Invenção do desenho

Dichtungen

  • 1953: Parque e outros poemas
  • 1962: Tecelão
  • 1962: Carda, Fia, Doba e Tece
  • 1981: A Roupa no estendal, o Muro, os Pombos
  • 1986: A Queimada e a derrubada
  • 1986: Poemas
  • 1993: Consoada

Afrikanistische und geschichtswissenschaftlichen Werke

  • 1992: A Enxada e a lança.‘ A África antes dos portugueses
  • 2002: A Manilha e o libambo: a África e a escravidão, de 1500 a 1700
  • 2003: Um rio chamado Atlântico. A África no Brasil e o Brasil na África
  • 2004: Francisco Félix de Souza, mercador de escravos
  • 2005: Das mãos do oleiro. Aproximações

Jugendliteratur

  • 2006: Um Passeio pela África
  • 2008: A África explicada aos meus filhos
Franz Kafkas Todestag jährt sich zum neunzigsten Mal

Franz Kafkas Todestag jährt sich zum neunzigsten Mal

Franz Kafka

Quelle: http://www.zeno.org- Zenodot Verlagsgesellschaft mbH

Als Gregor Samsa eines Morgens aufwacht, muss er feststellen, dass er sich in einen abstoßenden Käfer verwandelt hat. Während er zunächst hofft, noch zu träumen, wird ihm bald bewusst, dass der gepanzerte Rücken und die kleinen dünnen Beinchen keine Einbildung sind…

Die beschriebene Geschichte stammt aus „Die Verwandlung“ und ist wohl die bekannteste Erzählung Kafkas.

Franz Kafka zählt zu den einflussreichsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts und prägte mit seinen Werken Generationen von Künstlern. Am 2. Juli 1983 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Prag geboren, studierte er von 1901 bis 1906 zunächst Germanistik, dann Jura und promovierte zum Dr. jur.

Nach einer einjährigen „Rechtspraxis“ ging er 1907 zu den „Assicurazioni Generali“ und ein Jahr später als Jurist zur „Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt“, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1922 blieb.

Ende 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz, was der Beginn einer Tuberkulose war. Völlig ausgezehrt starb er im Alter von nur 40 Jahren schließlich an den Folgen seiner schweren Krankheit. Am 3. Juni 2014 jährt sich sein Todestag damit bereits zum 90. Mal.

Die meisten seiner Werke wurden erst nach seinem Tode von dem Schriftsteller Max Brod veröffentlicht.

Seine Werke:

  • 1911: Richard und Samuel
  • 1912: Großer Lärm
  • 1913: Betrachtung
  • 1913: Das Urteil
  • 1913: Der Heizer
  • 1915: Die Verwandlung
  • 1915: Vor dem Gesetz
  • 1918: Der Mord
  • 1918: Ein Landarzt
  • 1919: In der Strafkolonie
  • 1921: Der Kübelreiter
  • 1924: Ein Hungerkünstler

 

Posthum veröffentlicht

  • 1904–1905: Beschreibung eines Kampfes
  • 1907–1908: Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande
  • 1909: Unter meinen Mitschülern
  • 1909: Diese Wahl ist sehr begrüßenswert
  • 1909: Kleine Seele
  • 1911: Wir wußten nicht eigentlich
  • 1911: Die städtische Welt
  • 1911: Das ist ein Anblick
  • 1911: Skizze zur Einleitung für Richard und Samuel
  • 1912: Einleitungsvortrag über Jargon
  • 1914: Erinnerungen an die Kaldabahn
  • 1914–1915: Der Unterstaatsanwalt
  • 1914–1915: Ein junger ehrgeiziger Student
  • 1914–1915: Der Dorfschullehrer
  • 1915: Blumfeld, ein älterer Junggeselle
  • 1916–1917: Der Gruftwächter
  • 1916–1917: Die Brücke
  • 1917: Eine Kreuzung
  • 1917: Der Schlag ans Hoftor
  • 1917: Der Jäger Gracchus
  • 1917: Beim Bau der Chinesischen Mauer
  • 1917: Eine alltägliche Verwirrung
  • 1917: Der Nachbar
  • 1917: Vom jüdischen Theater
  • 1917: Die Zürauer Aphorismen
  • 1917: Die Wahrheit über Sancho Pansa
  • 1917: Das Schweigen der Sirenen
  • 1918: Prometheus
  • 1919: Brief an den Vater
  • 1920: Der große Schwimmer
  • 1920: Heimkehr
  • 1920: Unser Städtchen liegt …
  • 1920: Gemeinschaft
  • 1920: Die Prüfung
  • 1920: Der Geier
  • 1920: Der Kreisel
  • 1920: Zur Frage der Gesetze
  • 1920: Das Stadtwappen
  • 1920: Der Steuermann
  • 1920: Kleine Fabel
  • 1920: Poseidon
  • 1920: Die Truppenaushebung
  • 1922: Fürsprecher
  • 1922: Forschungen eines Hundes
  • 1922: In unserer Synagoge
  • 1922: Das Ehepaar
  • 1922: Der Aufbruch
  • 1922: Gibs auf
  • 1922: Von den Gleichnissen
  • 1922–1924: Bilder von der Verteidigung eines Hofes
  • 1923–1924: Der Bau

 

Jürgen Becker erhält Georg-Büchner-Preis

Jürgen Becker erhält Georg-Büchner-Preis

Jürgen BeckerDer 81-jährige Schriftsteller Jürgen Becker erhält die höchste Auszeichnung der deutschsprachigen Literatur. Becker sei „eine maßgebliche Stimme der zeitgenössischen Poesie“, so die Jury in ihrer Begründung für diese Entscheidung.

Bekannt geworden als Lyriker, Prosa-Autor und Verfasser von Hörspielen, würdigte die Jury ihn aber vor allem für seine lyrischen Werke: „Seine Gedichte machen unsere alltäglich erlebte Welt auf neue Weise sichtbar und unvergesslich.“

Jürgen Becker wurde am 10. Juli 1932 in Köln geboren und verbrachte den Großteil seiner Kindheit und Jugend in Erfurt, bis er mit seinem Vater schließlich wieder nach Köln zog. Seine Eltern lebten getrennt.

Seine ersten Texte schrieb Jürgen Becker Anfang der 50er Jahre, als er unglücklich verliebt in seinem Zimmer bei den Großeltern saß. Plötzlich gingen ihm die Verse durch den Kopf und von da an stieg sein Ausdrucksverlangen bis ins unermessliche.

Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wird dieses Jahr am 25. Oktober in Darmstadt verliehen.

Im vergangenen Jahr erhielt die Autorin Sibylle Lewitscharoff den begehrten Preis. 2012 konnte sich Felicitas Hoppe über diese Auszeichnung freuen.

Die Gewinner für den Preis der Leipziger Buchmesse 2014 stehen fest

Die Gewinner für den Preis der Leipziger Buchmesse 2014 stehen fest

Leipziger Buchmesse
Bereits zum zehnten Mal wurde nun in diesem Jahr der begehrte Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen. Und auch in diesem Jahr war die Zahl der Bewerbern und die damit geschaffene Vielfalt enorm: so reichten 136 Verlage insgesamt 410 Titel ein, die in den letzten Monaten erschienen waren.

Doch es konnte am Ende nur drei Gewinner geben:

Kategorie Belletristik

Saša Stanišić
Vor dem Fest
Luchterhand Literaturverlag

Zur Begründung:

Saša Stanišić Saša Stanišić hat ein Dorf erfunden, das es ganz gewiss gibt. Nur vielleicht nicht so menschenfreundlich, so unverdrossen. Er macht die Räume eng und die Zeit, erzählt von einer einzigen Nacht, der Nacht vor dem Annenfest, in der sich unwahrscheinlich viel ereignet und manches entscheidet. Zugleich jedoch stößt er die Tür zur Vergangenheit auf. „Vor dem Fest“ unternimmt eine Probebohrung in die Tiefe deutscher Geschichte als Mythologie; ein Unternehmen allerdings, das den gegenwärtigen Kult weihevollen Gedenkens subtil verspottet: Die alten Schriften, Chronikberichte, Legenden und haarsträubenden Anekdoten à la Kleist, die im „Haus der Heimat“ von einer gemütskranken Kustodin verwahrt werden, sind von höchst zweifelhafter Herkunft. Was das Vergnügen daran nicht mindert. Stanišić hat ein Dorf aus Sprache erfunden, ein Kaleidoskop, einen Kosmos aus vielen Stimmen, Klangfarben, Jargons, die Welt in nuce, magisch zusammengehalten von einem kollektiven Erzähler, der dazugehört, einem, der verschmitzt ist und gewitzt und klug und ein bisschen weise. Als gälte es, das Zerrbild des Antiheimatromans geradezurichten, dessen Typologie nur das verpatzte Fest kennt. Diese Dörfler sind keine Schurken, Sünder sind sie allemal. Weil auch die Tiere zu dieser fabelhaften Welt der Nussschale gehören, kann eine Füchsin oder Fähe vor einer Bäckerei stehen und denken: „Darin machen Menschen das, was Menschen am liebsten machen: aus einer Sache eine andere.“ Aus einer Sache eine andere machen, das klingt nach einer Mischung aus Handwerk und Alchemie – und nichts anderes macht Saša Stanišić dank stupendem Sprach- und Erzählwitz mit und aus seinem Stoff: man nennt es Literatur, und es lässt sich nicht einsperren in ein Ghetto ewigen Migrantentums. Omne solum forti patria est. Dem Starken ist jeder Boden Heimat. Auch der Sand der Uckermark.

Kategorie Sachbuch/Essayistik

Helmut Lethen
Der Schatten des Fotografen
Rowohlt Berlin

Zur Begründung:

Helmut Lethen Wir alle sind von Bildern umgeben und umstellt. Weil das so ist, bleibt uns im Alltag kaum etwas anderes übrig, als ihnen einfach zu glauben. Oder, die andere Möglichkeit, wir misstrauen den Bildern fundamental. Nichts ist nützlicher in dieser Lage als eine Verhaltenslehre des Sehens, wie sie Helmut Lethen in seinem neuen Buch „Der Schatten des Fotografen“ vorlegt. Nicht, dass man sich mit diesem Buch durch Youtube-Videos klicken würde. Seine Welt ist vielmehr das Zeitalter der Fotografie. Denn Bilder – so sagt es der Literaturwissenschaftler Lethen mit dem Bildwissenschaftler Hans Belting –, Bilder sind Nomaden, die ihre Zelte in verschiedenen Medien aufschlagen. Was die so unterschiedlichen Bilder in diesem Buch zusammenhält, ist nicht nur die ebenso sinnliche wie analytische Weise, in der Lethen seine Bilder betrachtet. Es ist auch die bohrende Frage nach ihrer Wirklichkeit. Eine Frage, die umso bohrender klingt, insofern sie ein Autor aus einer Generation stellt, die einst lernte und lehrte, dass Zeichen auf nichts anderes verweisen als auf andere Zeichen. In diesem Buch gibt es Bilder, die emphatisch zeigen, dass hinter ihnen genau nichts zu finden sei; Bilder, die als Schwindel erregende Ironie-Maschinen fungieren. Doch was die insistierende Frage nach dem Dahinter bei anderen Bildern ergibt, ist nichts anderes als existenziell. Die Frau, die auf dem Cover des Buches abgebildet ist, watet mit nackten Füßen durch einen Fluss, Richtung trockenes Ufer. Ein idyllischer Anblick (eine Schäfer-Szene?). Erst der karge Hinweis auf der Rückseite des Fotos – „Minenprobe … 1942“ – macht die Frau sichtbar als das, was sie war: vorgeschickt von Soldaten an der Ostfront, als lebendiges Minensuchgerät.

Kategorie Übersetzung

Aus dem amerikanischen Englisch von Robin Detje
William T. Vollmann: Europe Central
Suhrkamp Verlag

Zur Begründung:

Robin Detje Die Arbeit des Übersetzers ist der eines Schauspielers nicht ganz unähnlich. Auch der Übersetzer deutet einen Text nicht nur an, sondern er inszeniert ihn im Gewand der neuen Sprache. Für diesen schöpferischen Akt schlüpft er in fremde sprachliche Rollen. Dass Robin Detje nun nicht nur Autor und Übersetzer ist, sondern auch Theaterschauspieler, mag ihm bei seiner Übertragung von William T. Vollmanns Roman „Europa Central“ durchaus zugute gekommen sein. Denn es sind unfassbar viele Positionen, Charaktere und Perspektiven, die er in diesem grandiosen Stück Literatur auszufüllen hatte. Der Roman „Europe Central“ ist ein Stimmwunder über Krieg und Diktatur im zwanzigsten Jahrhundert. Auf mehr als tausend Seiten versammelt es die Einzelschicksale von mindestens vierzig Figuren aus deutscher und sowjetischer Perspektive. Wir hören von historischen Künstlerfiguren wie Käthe Kollwitz und Anna Achmatowa ebenso wie von Generälen, die wie Wlassow und Paulus als Kriegsgefangene jeweils die Seiten wechselten.

William T. Vollmann führt uns durch die versehrte Kriegslandschaft, die dieses Mitteleuropa einmal war, er geht mit uns ins belagerte Leningrad ebenso wie nach Stalingrad, Dresden, Moskau und Auschwitz. Das alles wird berichtet von einer Erzählerstimme, die immer wieder die Identität wechselt. Acht Jahre hat es gedauert, bis „Europe Central“ nach dem Erscheinen des amerikanischen Originals im Jahre 2005 nun endlich auch auf Deutsch vorliegt. Und es ist das große Verdienst dieser Ausgabe, dass Robin Detje anderthalb Jahre lang daran arbeiten konnte, so dass er auch den wichtigen und überaus spannenden Quellenapparat mit mehr als 750 Anmerkungen für die deutsche Ausgabe penibel nachrecherchieren konnte.

Robin Detje schreibt seine Übersetzung stimmig am amerikanischen Original entlang. Immer wieder findet er überzeugende Entsprechungen für Töne, Bilder, Motivreihen. Mit diesem Sprachgefühl, Akribie und auf Augenhöhe mit dem Autor bringt er uns diese Hymne auf die Kunst des Erzählens, die dabei selbst die Grenzen klassischen Erzählens immer wieder durchbricht, auch musikalisch nah. Nicht ohne Grund steht Dimitri Schostakowitsch im Zentrum des Romans, von dessen Kompositionen sich der Autor auch sprachlich inspirieren ließ. William T. Vollmann hat mit „Europe Central“ eine bedeutende literarische Studie über das Spannungsverhältnis von Kunst und Politik, von Liebe, Macht und Tod geschrieben. Robin Detje hat sie eindrucksvoll übersetzt. In Sätze, voller Schönheit und Abgründe, in denen Zynismus, Lakonie und Poesie aufeinander fallen. Dafür erhält Robin Detje den Preis der Leipziger Buchmesse des Jahres 2014 in der Kategorie Übersetzung. Herzlichen Glückwunsch.

 

Zum Preis der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen. Er ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert und wird zu gleichen Teilen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung verliehen.

Der Vorsitzende der Jury ist der Journalist und Literaturkritiker Hubert Winkels. Weiterhin zur Jury des Preises der Leipziger Buchmesse gehören Lothar Müller, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung; René Aguigah, Abteilungsleiter Kultur und Gesellschaft beim Deutschlandradio Kultur; Daniela Strigl, Literaturwissenschaftlerin an der Universität Wien sowie Ursula März, Literaturkritikerin bei DIE ZEIT. Neu dabei sind in diesem Jahr Dirk Knipphals, Literaturredakteur der taz und Sandra Kegel, Redakteurin im Ressort Literatur und Literarisches Leben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

„12 Years a Slave“ bei den British Academy Film Awards ausgezeichnet

„12 Years a Slave“ bei den British Academy Film Awards ausgezeichnet

Das finstere Tal Am vergangenen Sonntag (16.02.2014) wurden in London wieder die BAFTA-Awards verliehen, die bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die Oscar-Verleihung in knapp 14 Tagen gegeben haben.

Denn der Favorit “12 Years a Slave” (immerhin für neun Oscars nominiert) wurde dabei als bester Film ausgezeichnet. Das britisch-amerikanische Sklavendrama, welches von Brad Pitt produziert wurde, erzählt die Geschichte eines freien Mannes, der entführt und versklavt wird.

Doch ebenso erwähnenswert wie der Film ist natürlich das Buch zur Geschichte, das am 17. Februar 2014 im Piper Verlag erschienen ist:

Solomon Northup lebte als freier Bürger, bis er von Sklavenhändlern verschleppt und an einen Plantagenbesitzer in Louisiana verkauft wurde. Zwölf Jahre erlitt er grausamste Gefangenschaft, bevor er seine Freiheit zurückgewann und zu seiner Familie heimkehrte. Seine Memoiren von 1853 sind nicht nur wertvolles historisches Testament, sondern auch berührendes Zeugnis eines mutigen und unnachgiebigen Mannes. John Ridleys Drehbuch basiert auf seinem wahren Bericht.

 

„Das finstere Tal“ auf der Berlinale 2014

„Das finstere Tal“ auf der Berlinale 2014

Das finstere Tal Ab dem 06.02.2014 geben sich in unserer Hauptstadt im Rahmen der Berlinale wieder die internationalen Filmstars auf den roten Teppichen die Klinke in die Hand. Doch eigentlich noch interessanter als die Stars sind natürlich die vorgeführten Filme.

Unter ihnen befindet sich so zum Beispiel auch der Western „Das finstere Tal“, der am 10.02. im Zoo Palast und am 15.02. noch einmal im Friedrichstadt-Palast vorgeführt wird.

Die Vorlage für diesen Film lieferte dabei der Roman von Thomas Willmann.

Und darum geht´s in der Geschichte:

Die Alpen, Ende des 19. Jahrhunderts, kurz vor Winterbeginn. Ein Fremder kommt in ein einsam gelegenes Hochtal. Er sei Maler und suche Quartier. Die Bewohner sind misstrauisch, lassen sich aber von seinem Gold überzeugen. Der erste Schnee schneidet das Tal von der Außenwelt ab. Das Leben im Dorf kommt zur Ruhe, man hat sich an den Fremden gewöhnt. Doch dann gibt es den ersten Toten, bald darauf einen zweiten. Eine dramatische Geschichte von Liebe und Hass, Schuld und Vergeltung nimmt ihren Lauf.

Alle, die nun keine Tickets für die Berlinale-Vorführung mehr bekommen haben, können wir beruhigen! Denn „Das finstere Tal“ läuft bereits am 13. Februar bundesweit in den Kinos an.

Und allen anderen, die nicht ins Kino gehen möchten und lieber das Original lesen, können wir den Roman von Thomas Willmann nahe legen:

Das finstere Tal: Roman

Price: EUR 19,80